Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds zahlt Corona-Sonderförderung an Künstler, Verlage und zivilgesellschaftliche Akteure in Deutschland und Tschechien aus

 
 

 

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat Sonderfördermittel in einer Gesamthöhe von rund 244.000 Euro an 66 Organisationen und Einzelpersonen vergeben, die sich als „Brückenbauer“ in den letzten Jahren maßgeblich für die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen eingesetzt haben und durch die Corona-Krise in eine schwierige finanzielle Lage geraten sind.

Die Mittel kommen Künstlern, Verlagen, Kulturinstitutionen, Vereinen, Organisationen und Einzelpersonen zugute, die in Deutschland und Tschechien zivilgesellschaftlich aktiv sind.

So gehen Fördergelder an insgesamt 30 Kulturinstitutionen. Darunter sind Kulturvereine wie riesa efau aus Dresden oder das nordböhmische Kulturzentrum Řehlovice, weiter Theaterensemble wie das Prager Studio Alta oder Taupunkt e.V., ein Verein engagierter Theatermacher aus Chemnitz, das Kino Varšava aus Liberec oder das Filmstudio Sirius, die Karlsbader Kunstgalerie, das Bild-Werk Frauenau, das sich für die Förderung des Glaskunsthandwerks in der bayerisch-böhmischen Grenzregion engagiert, sowie Orchester wie die Akademie für Alte Musik in Berlin oder das renommierte Prager Barockensemble Collegium 1704

„Für unsere Musiker ist die ungeplante Pause während der Corona-Krise eine schwierige Zeit. Zum einen ist der lebendige Kontakt mit dem Publikum für jeden Musiker ein unersetzbarer Wert, der Kreativität freisetzt. Sich von einem Tag auf den anderen mit dem Wegfall von Konzerten abzufinden und nicht zu wissen, wie es weitergeht, war daher nicht einfach“, sagt Václav Luks, Gründer und Dirigent des Collegium 1704. „Auch finanziell hat uns die Pandemie hart getroffen. Da wir als gemeinnützige Organisation keinen Gewinn erwirtschaften dürfen, haben wir auch keinerlei Reserven, auf die wir in der jetzigen Notsituation zurückgreifen könnten, um den Musikern die ausgebliebenen Honorare zu kompensieren.“

Auch der Kulturverein riesa efau aus Dresden ist durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten.

„Wir müssen die Fixkosten unseres Kulturzentrums auch durch eigene Einnahmen aus Begegnungsaufenthalten z.B. von deutsch-tschechischen Gruppen finanzieren. Seit Beginn der Corona-Krise sind diese aber komplett ausgeblieben, so dass wir jetzt Honorare, Miet- und Nebenkosten nicht mehr decken können und auf Unterstützung von außen angewiesen sind“, so Frank Eckhardt, Geschäftsführer von riesa efau. „Dass der Zukunftsfonds so rasch reagiert hat, hilft uns sehr, den jetzigen Engpass zu überbrücken, bis wir dann hoffentlich bald wieder als Begegnungszentrum funktionieren können.“    

Unter den insgesamt 14 Verlegern, überwiegend aus Tschechien, sind bedeutende Häuser wie die Prager Verlage Prostor, Arbor vitae und Triáda oder der Heidelberger Universitätsverlag Winter, aber auch mehrere kleinere Verlage, die im deutsch-tschechischen literarischen und wissenschaftlichen Austausch besonders aktiv sind - wie etwa Větrné mlýny aus Brünn , Opus aus Broumov oder Pulchra aus Prag.

Weiter kommt die Sonderförderung des Fonds 22 Vereinen und Organisationen aus der Zivilgesellschaft zugute, so zum Beispiel den grenznahen Schullandheimen der AWO Vogtland e.V. und der deutsch-tschechischen Jugendbildungsstätte in Bahratal oder dem Verein Arbeit und Leben, der Aufenthalte von Auszubildenden im Nachbarland anbietet. In Tschechien erhielten beispielsweise die interkulturellen Vereine Pragkontakt und Slovo 21 oder das Haus für deutsch-tschechische Verständigung in Jablonec finanzielle Unterstützung durch den Fonds.

Die Sonderförderung für Brückenbauer ist eines der drei Förderprogramme des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds während der Corona-Pandemie.

„Wir alle hören oft von verschiedenen Seiten, wie gut die deutsch-tschechischen Beziehungen sind. Aber es geht dabei nicht um irgendeine abstrakte Größe, sondern um ein Netz von Kontakten und Aktivitäten konkreter Menschen auf beiden Seiten der Grenze, von denen viele jetzt durch die Corona-Pandemie in eine schwierige finanzielle Situation geraten sind. Die Unterstützung eben dieser „Brückenbauer“  ist unserer Meinung nach die beste Investition in eine gute deutsch-tschechische Nachbarschaft“, sagen Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek, die Geschäftsführer des Zukunftsfonds.
 

Weitere Informationen und Kontakt:

Adéla Bráchová
Mail: adela.brachova@fb.cz
GSM: +420 739 290 941

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
GSM: +420 737 505 790

www.zukunftsfonds.cz

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