Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds stärkt Zivilgesellschaft in beiden Ländern

 
 

104 neue deutsch-tschechische Projekte bewilligt

Pressemitteilung, 19. September 2018
 

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat Fördermittel in Höhe von 432.000 Euro für weitere 104 gemeinsame Projekte von Bürgern beider Länder freigegeben. Darüber entschied der Verwaltungsrat des Fonds am Mittwoch in Prag.

“Wir freuen uns, dass sich der deutsch-tschechische Dialog kontinuierlich um neue Projektpartner und Projektformate erweitert“, sagte Martin Kastler, Verwaltungsratsvorsitzender des Zukunftsfonds, am Ende der Sitzung. „Eine lebendige Zivilgesellschaft, die grenzüberschreitend denkt und handelt, ist der beste Schutz gegen ein Auseinanderdriften Europas“, ergänzte er.

Mehrere der in diesem Quartal bewilligten Projekte sind im Bereich Erinnerungskultur und politische Bildung angesiedelt und nehmen Bezug auf das Jahresthema des Fonds („Welche Zukunft wollen wir?“).

„Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, so unbequem sie oft sein mag, ist unverzichtbar, wenn wir in Europa gemeinsam sinnstiftende Zukunftsvisionen entwickeln wollen “, so die Geschäftsführer des Zukunftsfonds, Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek. „Unsere Wertschätzung gilt daher allen, die Zeit und Energie investieren, um neue Formen der Geschichtsvermittlung zu entwickeln, durch die sich junge Menschen wirklich angesprochen fühlen.“

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:
 

Deutsch-tschechischer Expertenaustausch (Studienreise) zur Entstehung vom Institut des nationalen Gedächtnisses in Prag

Mit Blick auf die geplante Gründung eines „Instituts des Nationalen Gedächtnisses“ in Prag sucht die Organisation Post Bellum Inspiration bei zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland, deren erinnerungspolitische Tätigkeit durch Gesellschaft und Politik anerkannt und finanziell langfristig abgesichert ist. Das „Institut des nationalen Gedächtnisses“ soll die  tschechische Öffentlichkeit anhand von konkreten Lebensgeschichten mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts bekannt machen und zugleich als Archiv, Dokumentations- und Forschungsstelle dienen. Post Bellum sucht hierfür in Berlin und Dresden den Expertenaustausch zu Fragen wie Management, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit mit folgenden Organisationen: Topographie des Terrors, Jüdisches Museum, Holocaustmahnmal, Stasi-Museum, Museum der Berliner Mauer, DDR-Museum sowie Gedenkstätte Bautzener Straße.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 75.000 CZK.


Deutsch-tschechische Beziehungen, ihre Geschichte und Zukunft im Kontext der europäischen Politik

Mit Bezug auf das Jahresthema des Zukunftsfonds veranstalten die Jungen Europäischen Föderalisten Bayern e.V. und ihr tschechischer Partner Mladí evropané eine viertägige Konferenz in Prag, auf der Schüler und Studierende die deutsch-tschechischen Beziehungen im Kontext der europäischen Politik reflektieren. Neben dem Blick in die Vergangenheit sollen auch die unterschiedlichen Einstellungen beider Länder zur Migrationspolitik diskutiert und konkrete Vorschläge für eine gemeinsame Europapolitik erstellt werden.
Teil der Konferenz ist eine öffentliche Podiumsdiskussion, auf der die früheren Außenminister Deutschlands und Tschechiens, Klaus Kinkel und Josef Zieleniec, sowie der Europaabgeordnete Bernd Posselt den Versöhnungsprozess nach 1989 bilanzieren.

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 1.650 Euro.


Auf Spurensuche zum jüdischen Erbe in Prag - Die Multiplikation von Unterrichts- und Projektmethoden im Kontext der deutsch-tschechischen Erinnerungskultur

Auf einer 5-tägigen Spurensuche lernen Schüler des Lappersdorfer Gymnasiums und der Deutschen Schule Prag gemeinsam die Geschichte und aktuelle Entwicklung der jüdischen Gemeinde Prag kennen und setzen sich am konkreten Beispiel mit unterschiedlichen Aspekten wie jüdischer Erinnerungskultur, Schultradition und Baukultur auseinander. Auch heutige Bewohner werden hierzu befragt. Unterstützt werden die Schüler von einer Reihe Kooperationspartner: der jüdischen Gemeinde Prag, dem Goethe-Institut, der Landesarbeitsgemeinschaft Architektur und Schule sowie von Experten der Karlsuniversität. Parallel zur Spurensuche der Schüler lernen die begleitenden Lehrer in einem Multiplikatorenseminar verschiedene Methoden der Erinnerungsarbeit kennen, um neue Impulse für die weitere deutsch-tschechische Projektarbeit zu erhalten.

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 4.500 Euro.


HOLO_GEN: Eine Jugendkonferenz über die Gegenwartsbedeutung von Holocaust und über das Lernen aus der Geschichte

Das Gymnasium Pegnitz und der Verein Jüdisches Mahnmal Černovice bei Tábor greifen das Jahresthema des Zukunftsfonds auf  und beschäftigen sich mit der Frage, was die junge Generation aus der historischen Erfahrung des Holocausts für den heutigen Umgang miteinander lernen kann. Die Auseinandersetzung erfolgt zunächst in kleineren Arbeitsgruppen, gemeinsam mit weiteren Gymnasien aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Auf einer mehrtägigen Abschlusskonferenz im Prager Goethe-Institut werden die Ergebnisse der Schüler aus den teilnehmenden Ländern dann im grenzüberschreitenden Diskurs gegenübergestellt und auf aktuelle Fragestellungen bezogen.  Ziel ist es, über das so entstandene Schulnetzwerk dem Projekt langfristig einen institutionellen Rahmen für mögliche Folgeprojekte zu geben.

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 370.000 CZK.


Karlsbader Literaturtage 2018

Die vom Adalbert Stifter Verein und den Tschechischen Zentren gemeinsam initiierte, dreitägige literarische Veranstaltungsreihe im westböhmischen Karlsbad präsentiert tschechische und deutsche Gegenwartsliteratur und beleuchtet den aktuellen Stand der grenzüberschreitenden Literaturbeziehungen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Literaturbereich zu bestärken, auch mit Blick auf die Präsenz der Tschechischen Republik als Gastland bei der Leipziger Buchmesse 2019. Rund 50 hochrangige tschechische und deutsche Schriftsteller (Borkovec, Binar, Goldflam, Bernig u.a.), Wissenschaftler, Übersetzer und Journalisten beteiligen sich an den Lesungen und Diskussionen zur gegenseitigen Rezeption der Literatur im Nachbarland. 
Die Karlsbader Literaturtage werden im Rahmen der Sonderausschreibung des Zukunftsfonds zur Stärkung des deutsch-tschechischen literarischen Austausches realisiert.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds beläuft sich auf 14.000 Euro.

 

PRALIN

PRALIN steht für Prag-Berlin-Szenepartnerschaft und ist ein neues Projekt des Prager Vereins Nová síť z.s. und seines Berliner Partners Performing Arts Programm Berlin. Ziel ist es, einen regelmäßigen und langfristigen künstlerischen Austausch zwischen den freien Theaterszenen in beiden Großstädten ins Leben zu rufen und gegenseitige Aufführungen von Prager Ensembles (Studio Alta, Alfred ve dvoře, DOX, Ponec, Studio Hrdinů u.a.) in Berlin und Berliner Ensembles (wie Sophiensäle, Hebbel am Ufer, Ballhaus OST, Schaubude, ACUD Theater) in Prag zu vermitteln.
Konkret ist etwa die Teilnahme von Prager Theatergruppen beim „Branchentreff der freien darstellenden Künste Berlin“ geplant sowie Aufführungen der Berliner freien Szene im Rahmen des Prager Festivals „Malá inventura“.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 537.000 CZK.


Jiří GRUŠA, Europäer

Anlässlich des 80. Geburtstags von Jiři Gruša würdigt der Dichter und Journalist Prokop Toman das Leben und Werk seines langjährigen Freundes in einem einstündigen Dokumentarfilm. Als Dichter und Diplomat setzte sich Jiři Gruša († 2011) nach 1989 aktiv für die deutsch-tschechischen Beziehungen ein und war auch an der Entstehung der Deutsch-Tschechischen Erklärung beteiligt. Für sein Lebenswerk wurde er von zahlreichen deutschen Organisationen ausgezeichnet. Der Film soll die außergewöhnliche Verbundenheit Grušas mit der deutschen Kultur betonen. Projektpartner ist die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde. Der Film wird zweisprachig und jeweils mit Untertiteln versehen sein. Ausgestrahlt werden soll er im Tschechischen Fernsehen (ČT) und auf dem deutschen Fernsehsender ARTE.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme von 300.000 CZK.


Weitere Informationen und Kontakt:

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
Tel: +420 283 850 512
GSM: +420 737 505 790
www.zukunftsfonds.cz

foto: Ondřej Staněk
foto: Ondřej Staněk

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